Agent-almanac shiva-bhaga

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source · Clone the upstream repo
git clone https://github.com/pjt222/agent-almanac
Claude Code · Install into ~/.claude/skills/
T=$(mktemp -d) && git clone --depth=1 https://github.com/pjt222/agent-almanac "$T" && mkdir -p ~/.claude/skills && cp -r "$T/i18n/de/skills/shiva-bhaga" ~/.claude/skills/pjt222-agent-almanac-shiva-bhaga-a2b27b && rm -rf "$T"
manifest: i18n/de/skills/shiva-bhaga/SKILL.md
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Shiva Bhaga

Kontrollierte Zerstoerung und Aufloesung veralteter Muster, ueberholter Annahmen und angesammelten Rauschens — den Boden raeumen damit neues Wachstum entstehen kann.

Wann verwenden

  • Der Kontext hat veraltete Annahmen angesammelt die das Denken unbemerkt verzerren
  • Ein frueherer Ansatz ist gescheitert und die Versuchung ist zu flicken statt zu verwerfen
  • Das Gespraech ist lang geworden und fruehere Entscheidungen dienen moeglicherweise nicht mehr dem aktuellen Ziel
  • Toter Code, aufgegebene Plaene oder Zombieaufgaben erzeugen Rauschen und Verwirrung
  • Vor einem grossen Richtungswechsel — Raeumen muss der Schoepfung vorausgehen
  • Wenn die Bindung an einen bestimmten Ansatz die Betrachtung von Alternativen verhindert

Eingaben

  • Erforderlich: Aktueller Gespraechszustand oder Projektkontext (implizit verfuegbar)
  • Optional: Spezifisches Ziel der Aufloesung (z.B. "dieser Ansatz funktioniert nicht", "alle Annahmen ueber die Datenbankschicht klären")
  • Optional: Grenze des Geltungsbereichs — was durch die Zerstoerung hindurch bewahrt werden muss

Vorgehensweise

Schritt 1: Identifizieren was enden muss

Den aktuellen Zustand ueberblicken und markieren was veraltet, kaputt oder dem Ziel nicht mehr dienlich ist.

Aufloesungs-Triage:
+---------------------+---------------------------+------------------------+
| Kategorie           | Symptome                  | Massnahme              |
+---------------------+---------------------------+------------------------+
| Veraltete Annahmen  | Fruehere Entscheidungen   | Auflisten und jede     |
|                     | die nicht mehr zum         | gegen die aktuelle     |
|                     | aktuellen Verstaendnis     | Realitaet neu bewerten |
|                     | passen                     |                        |
+---------------------+---------------------------+------------------------+
| Gescheiterte        | Versuchte und aufgegebene  | Scheitern explizit     |
| Ansaetze            | Ansaetze die das Denken    | anerkennen; die        |
|                     | noch beeinflussen          | versunkenen Kosten     |
|                     |                            | loslassen              |
+---------------------+---------------------------+------------------------+
| Angesammeltes       | Kontext, Variablen oder    | Identifizieren und     |
| Rauschen            | Plaene die nicht mehr       | zur Entfernung         |
|                     | referenziert oder relevant  | markieren              |
|                     | sind                        |                        |
+---------------------+---------------------------+------------------------+
| Bindungspunkte      | "Wir haben bereits          | Hinterfragen ob die    |
|                     | entschieden..."-            | Entscheidung noch      |
|                     | Ueberzeugungen die sich     | gilt                   |
|                     | gegen Neupruefung           |                        |
|                     | straeuben                   |                        |
+---------------------+---------------------------+------------------------+
| Zombie-Artefakte    | Code, Aufgaben oder Plaene  | Loeschen oder          |
|                     | die existieren aber keinem  | archivieren; nicht     |
|                     | aktuellen Zweck dienen      | in der Schwebe lassen  |
+---------------------+---------------------------+------------------------+
  1. Jede Kategorie ehrlich durchmustern — Widerstand gegen das Untersuchen einer Kategorie ist selbst ein Signal
  2. Fuer jeden gefundenen Punkt fragen: "Wenn ich jetzt von vorn anfangen wuerde, wuerde ich das erstellen?"
  3. Wenn die Antwort nein ist, zur Aufloesung markieren

Erwartet: Ein klares Inventar dessen was losgelassen werden muss, mit spezifischen Eintraegen in jeder Kategorie.

Bei Fehler: Wenn nichts veraltet erscheint, ist die Bewertung moeglicherweise zu oberflaechlich. Die aelteste Entscheidung im aktuellen Kontext herausgreifen und sie von Grund auf begruenden — wenn die Begruendung sich erzwungen anfuehlt, ist sie ein Kandidat fuer die Aufloesung.

Schritt 2: Die Bewahrungsgrenze festlegen

Nicht alles soll zerstoert werden. Identifizieren was die Raeumung ueberleben muss.

  1. Kernanforderungen: Was hat der Benutzer tatsaechlich gefragt? Das ueberlebt.
  2. Verifiziertes Wissen: Durch Werkzeugnutzung bestaetigte Fakten (Dateien lesen, Testergebnisse) ueberleben.
  3. Benutzerpraeferenzen: Explizit benannte Praeferenzen und Einschraenkungen ueberleben.
  4. Funktionierende Komponenten: Code oder Ansaetze die nachweislich funktionieren ueberleben.

Die Grenze ziehen: alles innerhalb wird bewahrt, alles ausserhalb unterliegt der Aufloesung.

Erwartet: Eine klare Unterscheidung zwischen dem was behalten und dem was losgelassen wird.

Bei Fehler: Wenn die Grenze unklar ist, fragen: "Was muesste ich rekonstruieren wenn ich diese Aufgabe von vorn beginnen wuerde?" Die Antwort definiert die Bewahrungsgrenze.

Schritt 3: Mit Absicht aufloesen

Die Aufloesung ausfuehren — nicht als Aufgabe sondern als bewusstes Raeumen.

  1. Fuer jeden markierten Punkt explizit loslassen:
    • Veraltete Annahme: "Ich nahm X an, aber aktuelle Belege zeigen Y. Loslassen von X."
    • Gescheiterter Ansatz: "Ansatz A wurde versucht und funktionierte nicht weil Z. Loslassen der Bindung an A."
    • Rauschen: "Variable/Plan/Kontext Q ist nicht mehr relevant. Aus der Betrachtung entfernen."
  2. Das Aufzuloesende nicht rechtfertigen oder verteidigen — der Sinn ist Loslassen, nicht Analyse
  3. Wenn ein grosser Koerper angesammelten Kontexts aufgeloest wird, in einem Satz zusammenfassen was aufgeloest wurde und warum
  4. Den Arbeitsbereich raeumen: falls zutreffend, aufgegebene Dateien schliessen, das mentale Modell zuruecksetzen, die saubere Flaeche anerkennen

Erwartet: Ein leichterer, saubererer Kontext mit entfernten veralteten Elementen. Der verbleibende Kontext sollte sich genau und aktuell anfuehlen.

Bei Fehler: Wenn die Aufloesung sich unvollstaendig anfuehlt — wenn losgelassene Punkte das Denken weiter beeinflussen — sie erneut explizit benennen. "Ich bemerke dass ich immer noch so denke als waere X wahr. X wurde aufgeloest. Fortfahren ohne X."

Schritt 4: In der Leere verweilen

Nach der Zerstoerung dem Drang widerstehen sofort wieder aufzubauen. Der Raum zwischen Zerstoerung und Schoepfung hat Wert.

  1. Den geraeuemten Raum anerkennen: "Folgendes wurde aufgeloest: [Liste]"
  2. Vermerken was bleibt: "Was ueberlebt: [Liste]"
  3. Vorzeitigem Wiederaufbau widerstehen — nicht sofort einen Ersatz fuer das Aufgeloeste vorschlagen
  4. Den geraeuemten Raum das Naechste mitbestimmen lassen
  5. Die Leere ist nicht Leere — sie ist Potenzial. Der naechste Schritt (Schoepfung ueber
    brahma-bhaga
    oder Bewahrung ueber
    vishnu-bhaga
    ) entsteht aus diesem Raum

Erwartet: Ein Moment der Klarheit zwischen dem Alten und dem Neuen. Die naechste Richtung wird aus dem Verbliebenen ersichtlich statt erzwungen zu werden.

Bei Fehler: Wenn die Leere sich unbequem anfuehlt und ein starker Zug besteht sofort wieder aufzubauen, ist diese Dringlichkeit selbst ein Signal — sie koennte Bindung an das aufgeloeste Muster anzeigen. Laenger verweilen. Der richtige naechste Schritt wird sich zeigen.

Validierung

  • Veraltete Annahmen wurden identifiziert und explizit losgelassen
  • Gescheiterte Ansaetze wurden ohne Abwehrhaltung anerkannt
  • Angesammeltes Rauschen wurde aus dem Arbeitskontext entfernt
  • Die Bewahrungsgrenze wurde vor der Aufloesung festgelegt
  • Kernanforderungen und Benutzerpraeferenzen wurden bewahrt
  • Der geraeuemte Raum wurde anerkannt bevor zur Schoepfung uebergegangen wird

Haeufige Stolperfallen

  • Zu viel zerstoeren: Aufloesung ohne Bewahrungsgrenze zerstoert funktionierende Komponenten zusammen mit veralteten. Immer zuerst die Grenze ziehen
  • Zu wenig zerstoeren: Hoefliche Aufloesung die Dinge "loslässt" aber sie weiterhin das Denken beeinflussen laesst. Echte Aufloesung erfordert tatsaechliches Loslassen
  • Die Leere ueberspringen: Von der Zerstoerung zur Schoepfung hetzen ohne im geraeuemten Raum zu verweilen erzeugt eine Nachbildung des alten Musters mit oberflaechlichen Aenderungen
  • Zerstoerung vorfuehren: Die Raeumungsbewegungen durchlaufen ohne das interne Modell tatsaechlich zu aktualisieren. Wenn dieselben Annahmen in der naechsten Antwort wieder auftauchen, war die Aufloesung vorgefuehrt
  • Zerstoerung als Vermeidung: Aufloesung nutzen um einem schwierigen Problem zu entkommen statt echte Veralterung zu beseitigen. Wenn das Problem nach dem Raeumen fortbesteht, lag es nicht am veralteten Kontext — es war das Problem selbst

Verwandte Skills

  • brahma-bhaga
    — Schoepfung folgt der Zerstoerung; nach dem Raeumen entstehen neue Muster aus der Leere
  • vishnu-bhaga
    — Bewahrung ergaenzt die Zerstoerung; was die Aufloesung ueberlebt wird aufrechterhalten
  • heal
    — Subsystem-Bewertung kann aufdecken was Aufloesung braucht bevor Heilung fortschreiten kann
  • meditate
    — Kontextrauschen vor der Aufloesung klaeren verhindert reaktive Ueber-Zerstoerung
  • dissolve-form
    — das morphische Aequivalent fuer architektonischen Abbau mit Imaginalscheiben-Bewahrung